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Ökologische Durchgängigkeit am Lech

Fischaufstiegsanlage

Landsberg, August 2026: An der Staustufe 15, einem Wasserkraftwerk in Landsberg am Lech, wurde die neue Fischaufstiegsanlage offiziell in Betrieb genommen. Landsbergs zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann hat dafür die Ventile der Fischwanderhilfe als Zeichen der Inbetriebnahme aufgedreht. Unser Team in München war im Auftrag der Uniper Wasserkraft GmbH federführend als Generalplaner für die Planung, Umsetzung und Umweltbaubegleitung verantwortlich. Bei der Eröffnung dabei waren Niederlassungsleiter Martin Pribosic sowie die verantwortliche Projektingenieurin Gina Schmidtchen. Neben der Fischaufstiegsanlage Landau ist es bereits die zweite fertiggestellte Anlage, 3 weitere befinden sich im Bau.

Querbauwerke wie Wasserkraftwerke können die natürliche Wanderbewegung von Fischen unterbrechen. Die neue Fischaufstiegsanlage schafft einen durchgängigen Weg: Die Fische überwinden einen Höhenunterschied von etwa 8,5 Metern Schritt für Schritt über 70 Becken. Die einzelnen Stufen sind so dimensioniert, dass auch kleinere Fischarten die Anlage passieren können. Gleichzeitig bieten die Becken ausreichend Raum für den Huchen, der mit bis zu 1,30 Metern Länge zu den größten Fischarten im Lech zählt.

Die Anlage kombiniert mehrere Schlitzpassabschnitte. Ein Ausgleichsbecken in der Mitte verbindet die beiden Anlagenabschnitte und bietet den Fischen eine Ruhezone auf ihrem Weg flussaufwärts. Automatisch gesteuerte Verschlussorgane regulieren die Wasserführung und passen sie an die wechselnden Wasserstände des Lechs an. Dabei müssen technische Funktion und Topografie zusammenspielen. Die Anlage wurde mit einem Sohlsubstrat aus Steinen und Kies verschiedener Größen gestaltet, um möglichst gewässertypische Strukturen zu schaffen. Eine Leitströmung von rund 800 Litern pro Sekunde weist den Fischen unterhalb des Kraftwerks den Weg zum Einstieg.

Die Fertigstellung der Fischaufstiegsanlage ist ein wichtiger Baustein für die ökologische Durchgängigkeit des Lechs. Zur Erhaltung der Biodiversität wurde neben dem Kraftwerk ein Reptilienhabitat als Ausgleichsfläche erbaut sowie Flächen mit Magerrasen bepflanzt, um die schnellere Regeneration der Pflanzenwelt zu fördern.